Aktuelle Sokar-Ausgabe Nr. 41


Sokar Nr. 41
Winter 2023/24
192 Seiten
290 Fotos/Abb.

Die Grabkammer der Nord-Mastaba 32 in Dahschur
Ein Meisterwerk altägyptischer Baukunst aus dem Alten Reich
Im Jahr 2000 wurde nahe dem Grabbezirk des Königs Sesostris III. (12. Dynastie) in Dahschur das überbaute Kammersystem einer Mastaba aus der Snofru-Zeit (4. Dynastie) entdeckt. Entwurf und Ausführung der mit einem Kraggewölbe ausgestatteten Grabkammer sind ein weiterer Beleg für die eindrucksvolle Baukunst im frühen Pyramidenzeitalter.
Dieter Arnold
Seite 4–13

Im Zeichen der Stabilität
Zur Entdeckung neuer Hohlräume in der Cheops-Pyramide

In den Jahren 2016 und 2017 wurde die Cheops-Pyramide (4. Dynastie) auf dem Giza-Plateau mithilfe der Myonen-Radiografie untersucht, um dort Dichte-Anomalien aufzuspüren. Man konnte zwei unterschiedlich große Hohlräume im Kernmauerwerk lokalisieren, die allem Anschein nach in direktem Zusammenhang mit dem Kammersystem stehen.
Michael Haase
Seite 14–31

Moderne Besucher in der Pyramide des Sahure in Abusir
Seit drei Jahrzehnten finden an der Pyramidenanlage des Sahure (5. Dynastie) in der Nekropole von Abusir Ausgrabungen im Auftrag der Ägyptischen Antikenverwaltung statt. Einen Schwerpunkt dieser Unternehmungen bildeten in den letzten Jahren die Konsolidierung, Restaurierung und Erkundung des bislang nicht vollständig erforschten Kammersystems der königlichen Grabpyramide. Bei diesen Arbeiten kamen an den Wänden des Eingangskorridors und an Deckenblöcken in der Vorkammer auch zahlreiche Graffiti aus dem 20. Jahrhundert zum Vorschein, die interessante Einblicke in die »moderne Geschichte« der Sahure-Pyramide geben.
Mohamed I. Khaled / Allister Humphrey / Elsayed Shoura
Seite 32–49

Neues zur Rolle der Priesterinnen der Göttin Hathor im späten Alten Reich
Bei den Ausgrabungen westlich der Stufenpyramide des Djoser (3. Dynastie) konnten in den letzten Jahrzehnten viele Entdeckungen gemacht werden. In dort freigelegten Grabanlagen aus der 6. Dynastie fanden sich z. B. auch Belege für einige Hathor-Priesterinnen aus dieser Zeit. Bei einer von ihnen (Seschseschet, der Gemahlin des wahrscheinlich unter Pepi I. tätigen Hofbeamten Ni-anch-Nefertem) lässt sich offenbar sogar ein intimes Verhältnis zum König nachweisen.
Karol Myśliwiec
Seite 50–61

Regenabwehr und Gehwege im Pyramidenbezirk Sesostris’ III. in Dahschur
Der Pyramidenbezirk Sesostris’ III. (12. Dynastie) in Dahschur ist zu Lebzeiten des Königs im Süden durch einen umfangreichen Tempel erweitert worden, der offenbar bis in die 18. Dynastie in Betrieb war, aber in der Ramessidenzeit abgerissen wurde. Von diesem Bauwerk ist nur wenig erhalten gebelieben; dazu gehören Reste seiner Entwässerungseinrichtungen und Teilabschnitte der den Tempel umgebenden Gehwege.
Dieter Arnold
Seite 62–73

Der Sarkophag des Antef im Ägyptischen Museum Berlin
Die Innenseiten des Sarkophags des »Königsbeamten« Antef aus dem frühen Mittleren Reich wurden umfangreich dekoriert; derartige Ausgestaltungen sind in jener Zeit selten. Im Beitrag werden das Dekorationsprogramm vorgestellt und Vergleichsobjekte herangezogen.
Wolfram Grajetzki
Seite 74–81

Im Zeichen des Aton
Zu den Forschungsergebnissen der letzten Kampagnen im Großen Aton-Tempel in Amarna

Seit 1977 steht das von König Echnaton (18. Dynastie) gegründete Achet-Aton wieder im Mittelpunkt archäologischer Forschungen. In den letzten 12 Jahren konzentrierten sich die Ausgrabungen und Rekonstruktionsarbeiten vor allem auf den Großen Aton-Tempel, einem großen Kultbezirk im Zentrum der Stadt. Die bisherigen Untersuchungen lieferten zahlreiche Erkenntnisse über die dortigen Baustrukturen und gaben neue Einblicke in das damalige Kultgeschehen in diesem Tempelkomplex.
Miriam Bertram
Seite 82–101

Auf Spurensuche – Tutanchamun in Berlin
Im Ägyptischen Museum Berlin befindet sich eine Vielzahl von Objekten aus der Amarnazeit und der nachfolgenden Epoche. Einige von ihnen lassen sich aufgrund der Namensnennung eindeutig Tutanchamun zuweisen; andere, unbeschriftete Bildnisse können diesem König nur durch typologische, stilistische und ikonographische Vergleiche mit relativ großer Sicherheit zugeordnet werden.
Olivia Zorn
Seite 102–111

Das wiedergewonnene Totenbuch
Aktuelle Arbeiten in der Grabanlage des Monthemhet (TT 34) in Theben-West

Eine der eindrucksvollsten Grabanlagen in der thebanischen Nekropole gehörte dem mächtigen Staatsbeamten Monthemhet (25./26. Dynastie). Seit 2005 finden dort aufwendige Arbeiten statt, seit 2012 wird die umfangreiche und vielschichtige Dekoration dokumentiert und inhaltlich erschlossen. Zu den aktuellen Aufgaben dieses Projekts gehört auch der Wiederaufbau von Pfeilern im Zweiten Hof der Grabanlage.
Louise Gestermann
Seite 112–127

Der neue Himmel über Esna
Aktuelle Ergebnisse des Esna-Projektes

Seit 2018 arbeiten deutsche und ägyptische Wissenschaftler im Pronaos des Tempels von Esna (ptolemäisch-römische Epoche). Ziel des Projekts ist die Reinigung, Konservierung und Dokumentation der zahlreichen dort befindlichen, durch dicke Ruß- und Schmutzschichten überlagerten Reliefs, Malereien und Inschriften. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die bisherigen Ergebnisse der Restaurierungsarbeiten am mit astronomischen Darstellungen ausgestalteten Deckenbereich der Vorhalle.
Hisham El-Leithy / Ahmed Emam
Christian Leitz / Daniel von Recklinghausen

Seite 128–151

»Berg der Toten « – Die Felsgräber von El-Salamuni
Zur Nekropole der altägyptischen Stadt Ipu gehört auch ein Friedhofsgebiet, das wenige Kilometer nordöstlich der mittelägyptischen Stadt Achmim an einem Berghang nahe dem heutigen Dorf El-Salamuni liegt. Die dortigen Gräber (Altes Reich bis römische Epoche) werden seit 1996 durch ägyptische Archäologen untersucht.
Wahid Omran
Seite 152–161

Von Beni Hassan nach Wien
Der Nachbau des Grabes des Chnumhotep II. bei der Wiener Weltausstellung 1873 und die spätere Nutzung der Wandmalereien im Kunsthistorischen Museum
In einigen Sälen des Kunsthistorischen Museums Wien befinden sich großformatige Reproduktionen von Wandmalereien aus dem Grab des hohen Beamten Chnumhotep II. in Beni Hassan (Mittleres Reich). Sie wurden anlässlich der Wiener Weltausstellung von 1873 angefertigt und später zur Dekoration im KHM Wien wiederverwendet. Seit ihrer Anbringung wurden diese im Jahr 2021 zum ersten Mal in einem umfangreichen Restaurierungsprojekt gereinigt, restauriert und untersucht.
Regina Hölzl / Peter Jánosi
Seite 162–185

        Verlag Michael Haase
                                                                        Publikationen zur Geschichte und Archäologie Altägyptens