Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 7


2/2003
4. Jahrgang
52 Seiten
93 Fotos/Abb.

Der nördliche Schacht der Königinnenkammer
von Michael Haase
Seite 3

Die Kultpyramiden des Alten und Mittleren Reiches
von Peter Jánosi
Mit dem Ausdruck »Kultpyramiden« werden die kleinen Satellitenpyramiden in unmittelbarer Nähe einer Königspyramide bezeichnet. Die Benennung ist ebenso nichtssagend wie hypothetisch und drückt lediglich die Unsicherheit in Bezug auf die Funktion dieses kleinen Bauwerks im Gesamtgefüge eines Pyramidenbezirks aus. Und doch ist der Ausdruck ähnlich dem Englischen cult- oder ritual-pyramid immer noch der unverfänglichste, da er das Bauwerk am wenigsten mit einer vorgefaßten Vorstellung oder Funktionsbestimmung belastet. Bis heute ist es nicht gelungen, die Funktion der Kultpyramiden widerspruchsfrei darzulegen.
Seite 4–25

Pyramide und Sonnenheiligtum des Userkaf in Sakkara und Abusir
Überlegungen zur Thronfolge in der 4. und frühen 5. Dynastie
von Rainer Stadelmann
Mit Userkaf läßt Manetho eine neue Dynastie beginnen. Neuere historische Forschungen legen allerdings nahe, diese Abgrenzungen in Dynastien mit einer gewissen Zurückhaltung zu betrachten; die Hintergründe für die manethonische Einteilung in Dynastien scheinen jedenfalls andere zu sein als die, die moderne Historiker zugrunde legen würden; die spärlichen, fast ausschließlich archäologischen Erkenntnisse des Denkmälerbefunds erlauben einfach keine eindeutigen Aussagen, inwieweit im Alten Reich solche Einschnitte tatsächlich der historischen Wirklichkeit gerecht werden.
Seite 26–35

Überreste von Königsmumien aus Pyramiden des Alten Reiches
Gibt es sie wirklich?
von Renate Germer
Es war der Traum jedes Erforschers von Pyramiden, nicht nur riesige Schätze zu entdecken, sondern auch Überreste des in der Grabkammer einst bestatteten Pharaos. Doch schon Abdullah al-Mamun, der sich um 820 n. Chr. gewaltsam einen Zugang zu der Grabkammer der Cheops-Pyramide verschaffte, wurde enttäuscht. Arabische Autoren berichten zwar von kostbarsten Gegenständen aus Gold und Edelsteinen, die sich angeblich noch in der Grabkammer befanden, doch ihre Beschreibung klingt eher nach einer Geschichte aus »Tausend und eine Nacht« als nach einer altägyptischen Grablegung. Folgend auf die Napoleonische Expedition nach Ägypten begannen dann die genaueren Erforschungen der Pyramiden von Giza, Sakkara, Dahschur, Medum und zuletzt auch Abusir. Dabei fand man immer wieder menschliche Überreste im Innern der Pyramiden, die von den Ausgräbern stolz als Teile der Mumie des jeweiligen Pharaos präsentiert wurden. Doch leider stellte sich meist im Laufe weiterer Untersuchungen heraus, daß es sich dabei um Sekundärbestattungen handelte. Die großen Pyramidenbezirke waren noch lange nach ihrer Fertigstellung und der Bestattung des Königs weiterhin Zentren überragender religiöser Bedeutung. Besonders in der Spätzeit, aber auch bis in die römische Epoche hinein, wurden sie zu beliebten Friedhofsarealen der sozialen Mittelklasse. Um die Pyramiden herum, aber auch in ihren Gangsystemen, bettete man Verstorbene zu ihrer letzten Ruhe. Deshalb muß in jedem einzelnen Fall genau überprüft werden, ob die in den Pyramiden gefundenen Mumienreste tatsächlich zur ursprünglichen königlichen Bestattung gehören oder nicht.
Seite 36–41

Ergänzende Informationen zur Siedlung südlich der »Krähenmauer« in Giza
von Christian Winter
In der Sokar-Ausgabe Nr. 6 kamen ausführlich die Themen »Die Pyramidenstädte des Alten Reiches« und »Wohnstrukturen und Besiedlungsspuren des Alten Reiches auf dem Giza-Plateau« zur Sprache. In diesem Rahmen wurden in besonderem Maße die Grabungstätigkeiten des amerikanischen Archäologen Mark Lehner in Giza südlich der sogenannten »Krähenmauer« erläutert. Nachfolgend sollen ergänzende Informationen und zusätzliche Erkenntnisse aufgeführt werden, die Lehner im Herbst 2002 veröffentlichte.
Seite 42–44

Die Königinnenpyramide von Abu Roasch
von Michael Haase
Seite 44–45

Der Sarkophag des Amenemhet III. in der »Schwarzen Pyramide« von Dahschur
von Arno Sauerbier
Der Ägyptenreisende, der heute beeindruckt vor dem gewaltigen schwarzen Ziegelberg nahe dem Dorf Dahschur ca. 35 km südlich von Kairo steht, ahnt nicht, welche archäologischen Schätze sich unter diesem unförmigen Rest einer Pyramide verbergen: 1200 Jahre Architekturgeschichte und eine noch viel ältere Symbolik, ablesbar an einem Sarkophag aus Rosengranit, den sich König Amenemhet III. als »Haus für die Ewigkeit« hat fertigen lassen.
Seite 46–50