Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 4


1/2002
3. Jahrgang
52 Seiten
104 Fotos/Abb.

Bemerkungen zur Entstehung, Lage und Datierung der Nekropolenfelder von Giza unter Cheops
von Peter Jánosi
Als Cheops am Beginn seiner Regierung auf dem nördlichen Ausläufer der Mokattam-Formation (heute bekannt unter dem modernen Toponym Giza) sein Grabmal zu errichten begann, dürfte bereits festgestanden haben, in unmittelbarer Nähe der Königspyramide Grabbauten für seine Familie und Untergebenen anlegen zu lassen. Dem heutigen Besucher des Pyramidenplateaus stellen sich die beiden großen Gräberfelder östlich und westlich der Cheops-Pyramide als gewaltige Areale mit einer verwirrenden und fast unüberschaubaren Anzahl von Grabanlagen dar. Beide Gräberfelder mit ihren ungezählten Bestattungen blicken auf eine lange Bau- und Belegungsgeschichte zurück, die bis heute nicht eindeutig faßbar ist.
Seite 4–9

Die Ausgrabungen in der Nekropole der Königinnen Pepis I. in Sakkara von 1988-1998
von Jean Leclant und Audran Labrousse
Der vorliegende Artikel ist eine Kurzfassung der Bilanz der Ergebnisse einer gemeinschaftlich durchgeführten Arbeit der »Mission Archéologique Française de Saqqara« (M.A.F.S.), die in den Jahren 1988-1998 durchgeführt wurde. Die Mission verfolgte ihre Forschungen an den Pyramiden der königlichen Nekropole von Memphis, in deren Innenräume Gaston Maspero in den Jahren 1881–1882 die berühmten Pyramidentexte entdecken konnte.
Seite 10–14

Zum Namen der Pyramide
von Joachim F. Quack
Jeder heutige Ägyptenreisende weiß, daß das arabische Wort für Pyramide »haram« lautet, mit einem Plural »ahram«. Weniger sicher wird er sich vermutlich über die Herkunft dieses Wortes sein, für die in der Forschung auch bislang die verschiedensten Theorien aufgestellt worden sind, bis hin zum Versuch einer Verbindung mit Hermes. Da das Objekt selbst so augenfällig aus der altägyptischen Kultur stammt, bietet es sich logisch an, hier auch den Ursprung der Bezeichnung zu suchen.
Seite 15

Ersatzköpfe
Eine besondere Objektgruppe im Grabkult des Alten Reiches
von Dana Bisping und Christian Winter
Mit dem Einsetzen der Blütezeit des Pyramidenbaus in Ägypten kommt es zu Veränderungen im höfischen Grabkult, die sich in der Architektur und der Ausstattung der Gräber äußern. Vor allem für die Regierungszeit des Cheops (4. Dynastie, um 2580–2550 v. Chr.) ist eine besondere Objektgruppe belegt, die in der gesamten ägyptischen Kunstgeschichte etwas Einmaliges darstellt und nach der Zeit der 6. Dynastie nicht wieder auftaucht. Es handelt sich um die sogenannten Ersatzköpfe des Alten Reiches.
Seite 16–20

Offene Fragen der Pyramidenforschung
Interview mit Dr. Peter Jánosi
(Ägyptologisches Institut der Universität Wien)
von Michael Haase
Seite 22–29

Altägyptische Hartgesteinbearbeitung durch Sägen
Experimente von Denys A. Stocks in Assuan. Eine Zusammenfassung
von Klaus Richter
Seite 30–31

Die Pyramiden-Ausstellung in Hamburg
von Renate Germer
Seite 32–33

Tore in die Vergangenheit: Sahure in Berlin
Teile einer Pyramidenanlage des Alten Reiches im Ägyptischen Museum Berlin
von Olivia Zorn
Mit dem ägyptischen Museum Berlin verbindet man in erster Linie die Amarna-Zeit und insbesondere die Nofretete-Büste. Aber auch die älteren Epochen der ägyptischen Geschichte sind hier vertreten, nicht zuletzt das Alte Reich, die Zeit der großen Pyramidenanlagen. Und wenn das Ägyptische Museum auch nicht gerade mit einer Pyramide aufwarten kann, so stehen doch in einem Raum immerhin Teile eines Totentempels, eines Bauwerkes, das innerhalb des Pyramidenbezirkes einen wichtigen Platz einnimmt. Die Betrachtung dieses Monumentalobjektes und weiterer, zu dieser Anlage gehöriger, größerer Relieffragmente, die zur Zeit leider nicht ausgestellt werden können, gibt gleichzeitig einen kleinen Einblick in die wechselvolle Geschichte des Berliner Museums.
Seite 34–41

Im Bann der Pyramiden
von Christian Tietze
Die Rezeption Ägyptens und insbesondere die Darstellung der Pyramiden wird bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert aus den unterschiedlichsten Quellen gespeist. Neben den antiken Schriftstellern und ihrer Wiederentdeckung in der Renaissance war es das Bild der Bibel, das die Vorstellungen von Ägypten wachhielt. Seit dem 17. Jahrhundert wurden Phantasie und Neugier durch die Reiseberichte und Romane genährt. Im 18. Jahrhundert folgten Versuche, die berühmten Bauten nach antiken Quellen zu rekonstruieren. Erst mit der Napoleonischen Expedition 1798/99 konnte man auf ein realistisches Ägyptenbild hoffen.
Seite 42–43

Stufenbauten auf Teneriffa
von Ulrike Kutzer
Seite 46–51