Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 30


1/2015
16. Jahrgang
100 Seiten
161 Fotos/Abb.


Auf den Spuren von Memphis
von Miroslav Verner
Memphis – bedeutende Metropole des alten Ägypten, Stadt der großen Tempel, Obelisken, Kolonnaden, Sphingen-Alleen, Paläste, Verwaltungsgebäude und luxuriöser Residenzen ägyptischer Großgrundbesitzer. Eine Stadt, in der einst die Krönung der ägyptischen Könige stattfand und die in ihrer Blütezeit ungefähr 100000 Menschen beherbergte. Wo ist sie geblieben? Der Autor begibt sich auf eine faszinierende Spurensuche.
Seite 6–15

Projektziel verfehlt
Wann verlor die Knick-Pyramide ihre ideale Form?
von Michael Haase
Mit dem zweiten Grabbauprojekt des Königs Snofru in Dahschur-Süd (»Knick-Pyramide«) strebten die altägyptischen Architekten zum ersten Mal ein Königsgrab in Form einer richtigen Pyramide an. Doch dieser Versuch schlug fehl. Auf der Basis eines speziell für dieses Bauprojekt entwickelten Transportwegsystems geht der Autor der Frage nach, zu welchem Zeitpunkt die angestrebte Pyramidenform aufgegeben und die Reduzierung des Neigungswinkels durchgeführt wurde.
Seite 16–37

Randbetrachtungen
Zu den Blockierungen der Schächte der mittleren Kammer der Cheops-Pyramide
von Michael Haase
Während der Errichtung der Cheops-Pyramide hatte man schmale Schächte angelegt, die von den oberen Grabräumen aus in nördlicher und südlicher Richtung ansteigend durch das Kernmauerwerk verlaufen. Sie wurden allen bisherigen Erkenntnissen zufolge als Belüftungssysteme konzipiert; doch interessanterweise mussten die Kanäle der mittleren Kammer nicht in Betrieb genommen werden. Ihnen widmen sich seit über 20 Jahren mit kleinen Roboterfahrzeugen unterstützte Erkundungsmissionen. Die Untersuchungen lieferten bislang eine Vielzahl von interessanten Ergebnissen; zwei dieser Befunde stehen im Mittelpunkt dieses Beitrages.
Seite 38–45

Das Grab des Ichi westlich der Djoser-Pyramide
Neue Forschungen der Polnisch-Ägyptischen Archäologischen Mission in Sakkara
von Karol Mysliwiec
Seit über 20 Jahren erforscht die Polnisch-Ägyptische Archäologische Mission in Sakkara westlich der Djoser-Pyramide eine Doppelnekropole, die sich zwischen der Umfassungsmauer der Stufenpyramide und dem westlichen Bereich eines die Pyramide rechteckig umlaufenden großen Grabens (»Dry Moat«) erstreckt. Neue Untersuchungen im Grab des hohen Beamten Ichi aus der 6. Dynastie führten nun zu dem überraschenden Befund einer zweistöckigen Grabarchitektur im »Dry Moat«.
Seite 46–55

Userkare
Ein ephemerer Herrscher des Alten Reiches
von Christoffer Theis
Über manche Könige des Alten Reiches sind aufgrund spärlicher Quellen bisher kaum definitive Aussagen zur Dauer und zu Einzelheiten aus ihrer Regierungszeit möglich. Zu diesen Herrschern gehört auch Userkare aus der 6. Dynastie. Das Ziel des Beitrags ist es, die derzeit vorhandenen antiken Quellen wie auch die in der Forschung geäußerten Meinungen über diesen ephemeren Herrscher des Alten Reiches zusammenzutragen und auszuwerten.
Seite 56–67

Transportwege zu Pyramidenbaustellen in Dahschur
von Dieter Arnold
Obwohl die Errichtung einer Pyramide für die altägyptischen Bauleiter ein alltäglicher Prozess war, fand diese Tätigkeit nicht Eingang in deren Grabinschriften. Dies ist einer der Gründe, wieso organisatorische Aspekte des königlichen Grabbaus (z. B. die Materialzulieferung) bis heute oftmals im Dunkel bleiben. Grundlegende Parameter des Bauwesens sind hingegen bekannt; detaillierte Betrachtungen der Pyramidenanlagen liefern zudem wichtige Hinweise über spezielle Aspekte beim Ablauf der Bauarbeiten – so z. B. am Bezirk Sesostris‘ III. in Dahschur. Ein Hafen südlich des Baugrundes und ein durch ein Wadi vorgezeichneter Transportweg bestimmten dort maßgeblich den Materialtransport zur Baustelle.
Seite 68–77

Das Grab KV 40 im Tal der Könige
von Susanne Bickel
Das bisher unbekannte Grab KV 40 ist eine der größten nichtköniglichen Grabanlagen der 18. Dynastie im Tal der Könige. Es weist eine besonders vielseitige Nutzungsgeschichte auf. Ursprünglich wurde das Schachtgrab für Mitglieder der Familie und der Entourage Amenophis‘ III. genutzt. In dem durch antike und moderne Beraubungen stark gestörten Befund erhielten sich die Namen und Titel von über dreißig – mehrheitlich weiblichen – Individuen, was einen einzigartigen Einblick in die soziale Zusammensetzung der im Palast lebenden Frauen gewährt.
Seite 78–89

Eine Bronzefigur der Göttin Seschat
von Hermann A. Schlögl und Regine Buxtorf
Als Göttin der Schreib- und Rechenkunst spielte Seschat im altägyptischen Königskult eine wichtige Rolle. In diesem Beitrag wird eine Bronzestatuette der Seschat vorgestellt, die sich heute in Privatbesitz befindet. Vermutlich stammt sie aus einem Gründungsdepot eines Bauwerks Ramses‘ II.
Seite 90–93


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