Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 26


1/2013
14. Jahrgang
100 Seiten
153 Fotos/Abb.


Die südlichen Schiffsdepots des Cheops
von Michael Haase
Im Jahr 1954 wurden südlich der Cheops-Pyramide zwei im Felsboden angelegte, mit großen Kalksteinblöcken überdeckte Kammern entdeckt, die jeweils ein in viele Einzelteile zerlegtes hölzernes Schiff enthielten. Eines der Boote wurde gehoben, in jahrelanger Arbeit restauriert und wieder zusammengesetzt. Es ist seit 1982 in einem Museumsgebäude oberhalb der Fundstelle ausgestellt. Die Bergung des anderen Schiffes ist erst vor einigen Jahren angelaufen. Der Beitrag beschäftigt sich mit den speziellen Aufbewahrungsorten dieser einmaligen »Grabbeigaben« und der aufwendigen Art und Weise ihrer Versiegelung.
Seite 6–21

Im Inneren der Userkaf-Pyramide
Beobachtungen und Gedanken zu einem vergessenen Kammersystem
von Peter Jánosi
Etwa 220 Jahre nach der Errichtung der Stufenpyramide des Djoser in Sakkara ließ König Userkaf seinen Grabkomplex nahe der Nordostecke dieses altehrwürdigen Grabbezirks erbauen. Die ungewöhnliche Position seines Grabmals sowie dessen eigenwillige Gestaltung haben zu mannigfachen Deutungen geführt. Diese vielfältigen und oft kontrovers geführten Auseinandersetzungen ließen vergessen, dass Userkafs Pyramide zu den wenigen zählt, deren Innenräume seit der neuzeitlichen Entdeckung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unbetretbar blieben. Erst 2009 gelang es, das Kammersystem wieder zu öffnen und zu konsolidieren.
Seite 22–33

Ein vergessenes Ensemble ägyptischer Architekten
Die Taltempel und Aufwege im Asasif
von Dieter Arnold
Die Landschaft des Asasif wurde in der 18. Dynastie durch eine architektonische Gesamtkomposition dreier großer Tempelkomplexe von Mentuhotep II., Hatschepsut und Thutmosis III. dominiert. Der Beitrag widmet sich den heute fast völlig verschwundenen Taltempeln und Aufwegen dieser Anlagen.
Seite 34–43

Lebenshauch für die Götter
Die Verwendung von Myrrhe, Weihrauch und Terebinthenharz im alten Ägypten
von Renate Germer
Ein unverzichtbarer Bestandteil der täglichen Zeremonien in den Tempeln und bei allen religiösen Handlungen im alten Ägypten war das Räuchern mit aromatischen Baumharzen. Doch die Bäume, deren Harze sich dafür eigneten, wuchsen nicht im Land am Nil. So versuchten die Ägypter immer wieder, sie zu importieren und in eigenen Gärten zu kultivieren.
Seite 44–47

Die Grabkammer des thebanischen Bürgermeisters Sennefer
Bemerkungen zu TT 96B
von Barbara Engelmann-von Carnap
Der Bürgermeister von Theben, Sennefer, hat eine sehr ungewöhnliche Auswahl von Bildern für seine tief unten im Felsen verborgene Sargkammer getroffen. Ein Schlüssel zu ihrem Verständnis bietet u. a. die Vignette von Totenbuch Spruch 151, die im Zentrum der rechten Kammerwand aufgezeichnet ist.
Seite 48–59

Nicht nur Pharaonen
N
eue Untersuchungen zu nicht-königlichen Gräbern im Tal der Könige
von Susanne Bickel
Seit dem Jahr 2009 erforschen Wissenschaftler der Universität Basel nicht-königliche Gräber im Tal der Könige. Mehrere bisher unbekannte Anlagen konnten erschlossen und untersucht werden. Im Jahr 2012 wurde z. B. das Grab KV 64 mit einer intakten Bestattung aus der 22. Dynastie entdeckt. Der Beitrag beschäftigt sich mit den wichtigsten Ergebnissen.
Seite 60–71

Hinabsteigen zum Licht
Der Neubau des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München
von Olivia Zorn
Im Juni 2013 wurde die neue Dauerausstellung des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München auf einer Fläche von 1800 m² in einem extra für diese Sammlung geschaffenen Gebäudeteil im Neubau der Hochschule für Fernsehen und Film eröffnet. Damit reiht sich dieses Haus nachhaltig in die wegweisenden Präsentationsformen neu gestalteter ägyptischer Museen ein. Der Beitrag vermittelt einen ersten Überblick über die Räumlichkeiten des Museums.
Seite 72–77

Die 18. Dynastie auf Sai Island
Neue Puzzlesteine als Ergebnisse der Feldkampagne 2013
von Julia Budka
Während des Neuen Reiches wurden in Nubien ägyptische Siedlungen neu gegründet und ausgebaut, die bis heute jedoch kaum erforscht worden sind. Vor diesem Hintergrund ist die Insel Sai im Nordsudan im Fokus der Ausgräber. Anfang 2013 wurde dort die erste Feldkampagne des Projektes «AcrossBorders» durchgeführt.
Seite 78–87

Der Friedhof von Sanam
von Angelika Lohwasser
Der Friedhof von Sanam ist der größte bisher bekannte Privatfriedhof aus der napatanischen Periode des Reiches von Kusch im antiken Sudan. Vermutlich sind dort die Bewohner der gleichnamigen Stadt begraben worden, die u. a. für die Verwaltung und Ausstattung der Pyramiden von Nuri zuständig waren. Dieser bislang nur kursorisch publizierte Friedhof war Gegenstand einer jüngst veröffentlichten größeren Studie.
Seite 88–95