Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 21


2/2010
11. Jahrgang
100 Seiten
138 Fotos/Abb.


Zur Rekonstruktion der antiken Landschaft von Dahschur
von Nicole Alexanian / Wiebke Bebermeier / Dirk Blaschta / Arne Ramisch / Brigitta Schütt / Stephan J. Seidlmayer
Im Rahmen der Feldarbeiten des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo, in Dahschur haben im Frühjahr 2009 Geowissenschaftler des Instituts für Physische Geographie der Freien Universität Berlin Untersuchungen östlich der Knickpyramide durchgeführt. Ziel dieser Arbeiten ist eine Rekonstruktion der Paläoumwelt und der antiken Landschaft von Dahschur mit ihren Denkmälern und Siedlungen.
Seite 20–21

Eine Transportrampe am Giza-Plateau?
von Michael Haase
Im Grabbau Altägyptens spielte der Materialtransport auf den Baustellen wie auch außerhalb
der Nekropolen eine zentrale Rolle. Über die genauen Logistikverhältnisse im Umfeld der Königsgräber gibt es aus dem Alten Reich nur bruchstückhafte Erkenntnisse. Eindeutige Spuren von Transportrampen lassen sich nach der Fertigstellung der Grabanlagen und der Durchführung des Totenkultes sowie aufgrund der langen Belegungszeiten der Friedhöfe nur selten ausmachen. Bei einer umfangreichen, massiven Steinstruktur am nordöstlichen Rand des Giza-Plateaus könnte es sich um den Überrest einer derartigen Rampe handeln, die beim Bau der Cheops-Pyramide im Einsatz war.
Seite 22–29


Materialien zur Länge der Regierung des Mykerinos
von Roman Gundacker
Aus der zweiten Hälfte der 4. Dynastie liegen kaum Baugraffiti vor, und soweit doch welche gefunden wurden, stammen diese nicht von den königlichen Pyramiden, sondern von Privatgrabmälern und sind in ihrer Zuweisung an eine bestimmte Regierung teils heftig umstritten. Die für diese Epoche noch relativ spärlichen Inschriften vermögen diese Lücke nicht zu füllen. Die geringe Zahl an Datumsangaben sind dennoch aussagekräftig und vermögen eine generelle Einschätzung bezüglich der Regierungslänge Mykerinos’, die anhand des Eintrages im Turiner Königspapyrus mit 18, 28 oder 38 Jahren beziffert wird.
Seite 30–43

Die Mastaba des Wesirs Ptahschepses
von Jaromir Krejci
In der Nekropole von Abusir, etwa 12 km südlich der Pyramiden von Giza gelegen, wurden nicht nur Könige der 5. Dynastie begraben, dort fanden auch viele nicht-königliche Personen aus dem Alten Reich ihre letzte Ruhestätte. Die große Mastaba des Wesirs Ptahschepses stellt dabei das wichtigste Privatgrab in dieser archäologischen Stätte dar. Insbesondere die Forschungen der Archäologen des Tschechischen Instituts für Ägyptologie der Karls-Universität Prag brachten in den letzten Jahrzehnten viele neue Erkenntnisse über diese außergewöhnliche Grabanlage ans Tageslicht.
Seite 44–55

Texte unter der Lupe
Pyramidentextspruch 337
Doppelter Mutterschutz für den König in den Pyramidentexten
von Gunnar Sperveslage
Die Pyramidentexte, wie sie seit der Zeit des Unas insbesondere in den Pyramiden der 5. und 6. Dynastie aufgezeichnet wurden, stellen nicht nur das älteste Corpus religiöser Texte dar, sondern sind zugleich eine der wichtigsten Quellen zu Religion und Jenseitsvorstellung im Alten Ägypten. Doch nicht nur die Gesamtbetrachtung, sei es aus religionsgeschichtlicher oder sprachwissenschaftlicher Sicht, sondern auch der Blick ins Detail ist oft lohnenswert: Der kurze Spruch PT 337 enthält ein bemerkenswertes Spiel mit Schrift und Zeichen.
Seite 56–63

Ein Gräberfeld aus der Zeit Amenemhets II.

von Nicole Alexanian / Dirk Blaschta / Stephan J. Seidlmayer
Im Frühjahr 2009 wurden die Arbeiten des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo, auf dem Pyramidenfeld von Dahschur fortgesetzt. Die 1. Kampagne eines neuen Grabungsprojektes konzentrierte sich dabei auf ein Gräberfeld nahe der Pyramidenanlage Amenemhets II., das erst 2007 durch magnetometrische Untersuchungen entdeckt worden war.
Seite 64–65

Carl Richard Lepsius und die Pyramiden von Meroe
von Josefine Kuckertz
Während der Preußischen Expedition 1842–1845 galt Carl Richard Lepsius’ Interesse auch den archäologischen Stätten des Sudan – insbesondere der ausgedehnten Pyramidennekropole von Meroe, die er 1844 mehrere Monate lang untersuchte. Der Beitrag beschäftigt sich ausführlich mit den Ergebnissen der ersten wissenschaftlichen Untersuchungen der meroitischen Pyramiden und stellt einige der heute im Ägyptischen Museum Berlin befindlichen Objekte wie Reliefs und Kunstgegenstände aus Meroe vor.
Seite 66–81

----- Berichte aus frühdynastischer Zeit -----

Neue Forschungen am Königsgrab des Djer
von Günter Dreyer
Im Herbst 2008 und Frühjahr 2009 wurden die Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo, im frühzeitlichen Königsfriedhof von Abydos fortgesetzt. Die Feldarbeiten der 23. Kampagne konzentrierten sich diesmal insbesondere auf die Grabanlage des Königs Djer aus der 1. Dynastie.
Seite 6–9

Am Vorabend des Pyramidenzeitalters
Teil 1: Zur Geschichte und Chronologie der 2. Dynastie
von Jan Bock
Die noch unvollständige Rekonstruktion der Chronologie sowie das weitgehende Fehlen von Quellen zur Geschichte der 2. Dynastie haben zu vielfältigen Äußerungen zum vermeintlichen historischen Geschehen jener Epoche geführt. Viele dieser Ausführungen, die oftmals von späteren königsideologischen oder mythologischen Überlieferungen geprägt wurden, müssen jedoch bei genauerer Betrachtung alles in allem als eher hypothetisch eingestuft werden.
Seite 10–19

----- Nachrichten aus Ägypten -----

Der Bürgermeister von Theben Amun-em-heb
und seine Frau Taisen-neferet
von Hermann A. Schlögl
Vermutlich aus dem Grab Nr. A.8 in Theben-West stammt eine bisher nicht veröffentlichte, mumienförmige Schabti-Figur der Taisen-neferet. Die Figur befand sich in den letzten 50 Jahren in der Sammlung Salisbury, England.
Seite 82–85

Das schöne Begräbnis im römerzeitlichen Ägypten
Ein neu entdecktes Grab in Tuna el-Gebel
von Mélanie Flossmann
Seit dem Jahr 2002 konzentrieren sich die Ausgrabungen der Joint Mission »Tuna el-Gebel« des Instituts für Ägyptologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Faculty of Archaeology der Cairo University auf ein Nekropolen- und Verwaltungsgebiet, das sich nördlich des Grabes des Petosiris und östlich des Tierfriedhofes befindet. Große Lehmziegel- und Steinbauten reihen sich entlang einer nördlichen und südlichen Achse, die als Prozessionsstraßen zu deuten sind und die Tiergalerien sowie den Tempel des Osiris-Pavian mit dem antiken Siedlungsareal auf dem Kom el-Loli am westlichen Wüstenrand verbanden.
Seite 86–93