Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 20


1/2010
11. Jahrgang
100 Seiten
190 Fotos/Abb.


Die Keramik aus dem Grab des Chasechemui
von Heidi Köpp
Chasechemuis Grab ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Mit über 70 m Länge und 59 Kammern und Korridoren ist es weitaus größer als alle anderen Frühzeitgräber in Abydos. Das hervorragend erhaltene Grab ist auch das erste mit einer vollständig aus Stein errichteten Grabkammer. Doch abgesehen von der Architektur birgt auch die Keramik aus diesem Grab große Überraschungen.
Seite 6–11

SERIE
Rückkehr und Neubeginn, Teil 4: Die Opferkammer des Metjen
von Olivia Zorn und Dana Bisping-Isermann
Seit dem 16. Oktober 2009 hat man die Möglichkeit, die Ägyptische Sammlung im Neuen Museum zu bewundern. Insbesondere der ehemalige Historische Saal mit der Präsentation der drei Opferkammern aus dem Alten Reich ist sehr beliebt und läßt den Besucher altägyptische Grabarchitektur erfahren. Vorgestellt wird im letzten Teil der Sokar-Serie die Opferkammer des Metjen aus dem Alten Reich.
Seite 12–21

Die megalithische Mauer westlich der Cheops-Pyramide
von Michael Haase
Eine aus großen Steinblöcken aufgebaute Mauer nördlich der Pyramide des Chephren wird gewöhnlich als Teil der äußeren Umfassungsmauer des Grabkomplexes dieses Königs angesehen. Seit einiger Zeit diskutieren Fachleute auch über die Möglichkeit, daß dieser Mauerzug ursprünglich zu einer großen Rampe gehört haben könnte, die beim Bau der Cheops-Pyramide im Einsatz gewesen ist. Eine auf einem Steinblock am östlichen Ende der Megalithmauer befindliche Bauarbeiterinschrift aus der Regierungszeit des Chephren wirft nun ein neues Licht auf diese Vermutung.
Seite 22–29


Ein Beitrag zur Genealogie der 4. Dynastie
Teil 2: Die späte und ausgehende 4. Dynastie
von Roman Gundacker
In Sokar 16 wurde der Versuch unternommen, den Stammbaum der Königsfamilie der 4. Dynastie einer kritischen Revision zu unterziehen. Dieses Vorhaben konzentrierte sich vor allem auf die frühe und mittlere 4. Dynastie, während die Abstammung des Mykerinos und das Ende dieser Epoche überwiegend unverändert akzeptiert und übernommen wurden. Gerade dieser Abschnitt des Stammbaumes wie auch der Familiengeschichte der Königsfamilie dieser Zeit soll nun ebenso kritisch betrachtet und, soweit notwendig, alternativ bewertet und rekonstruiert werden.
Seite 30–44

Weltordnung
Die Reliefs des Königs Sahure im Neuen Museum
von Olivia Zorn und Dana Bisping-Isermann
Seit Oktober 2009 wird im Neuen Museum Berlin fast vollständig die Gruppe der Tempelreliefs des Königs Sahure präsentiert, die durch die Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft unter der Leitung von Ludwig Borchardt 1907/08 in dessen Pyramidenanlage in Abusir geborgen wurden. Der Artikel beschäftigt sich eingehend mit der Restaurierung und den Inhalten dieser Reliefs.
Seite 45–59


Abusir aus der Vogelperspektive
von Hana Vymazalová
Sollten bei den Bauvorhaben in der Nekropole von Abusir bestimmte Achsen eine Verbindung zwischen den einzelnen Grabanlagen herstellen? Da noch immer einige Grabbesitzer unbekannt sind und die Herkunft anderer fraglich ist, könnten derartige Achsen auf diesem Friedhofsgelände auf gewisse Beziehungen innerhalb der königlichen Familie der 5. Dynastie hindeuten.
Seite 60–65

Sahure im Liebieghaus
von Vinzenz Brinkmann
Im Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main, findet zwischen dem 24. Juni und 26. November 2010 eine Ausstellung über den altägyptischen König Sahure und dessen Wirken in der 5. Dynastie statt. Sahure gehörte zu den bedeutendsten Herrschern dieser Epoche, und sein Grabkomplex ist bis heute das Ziel umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.
Seite 66–69

Tore in die Vergangenheit
Eine alte Universitätssammlung – ein junges Museum
Das Ägyptische Museum der Universität Bonn
von Michael Höveler-Müller
Mit deutlich mehr als 150 Jahren gehört die ägyptische Kollektion in Bonn zu den ältesten Universitätssammlungen dieser Art in Deutschland. Heute befinden sich rund 5000 Objekte vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis in die ersten Jahrhunderte nach der Zeitenwende in der Obhut des Museums und decken die gesamte Zeitspanne der altägyptischen Kultur ab. Diese Stücke bilden die größte und bedeutendste Sammlung ägyptischer Kunst in Nordrhein-Westfalen. Doch der Weg dorthin war lang.
Seite 70–76

Ein wiederentdeckter Hundefriedhof in Assiut
von Jochem Kahl und Chiori Kitagawa
In der mittelägyptischen Stadt Assiut ist die Verehrung schakals- oder hundegestaltig vorgestellter Götter über mehr als 2000 Jahre nachweisbar. Neben der Verehrung von Upuaut und Anubis in Tempeln und den damit verbundenen heiligen Tieren sind auch Bestattungen von Caniden bekannt, deren Hintergrund ebenfalls die kultische Wertschätzung dieser Götter bilden dürfte. Der vorliegende Beitrag berichtet über die Arbeiten und Befunde an einem in Assiut erst vor wenigen Jahren entdeckten Hundefriedhof.
Seite 77–81

----- Nachrichten aus Ägypten -----

Echnaton und Amarna im Gustav-Lübcke-Museum Hamm
von Christian Tietze
Seite 82–83

Auf Stielers Spuren
Ausstellung im LA8 in Baden-Baden
von Madeleine Page-Gasser und Barbara Wagner
Seite 84–87

Wiederbestattungen im Grab des Anch-Hor
Neufunde der Kampagne 2009
von Julia Budka
Daß die monumentalen Tempelgräber der 25. und 26. Dynastie im Asasif in großem Stil im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. wiederverwendet wurden, ist seit langem bekannt.1 Dabei war auch vermutet worden, daß Teile der ursprünglichen Grabinventare eine Wiederverwendung erfuhren. Den klaren Beweis für die ptolemäische Usurpation eines saitischen Sarges liefert ein Neufund aus dem Grab des Anch-Hor (TT 414).
Seite 88–93