Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 12


1/2006
7. Jahrgang
72 Seiten
172 Fotos/Abb.

The Saqqara Geophysical Survey Project 2000–2010
von Ian J. Mathieson
Zusätzlich zu den vielen großen Mastabas und kleineren Strukturen war der Hauptfund in der letzten Saison die Wiederentdeckung des sogenannten »Serapeum-Weges«, der erstmals im Jahr 1852 von Auguste Mariette ausgegraben worden ist. Während eines Besuchs in Sakkara 1850 fand er auf der Oberfläche der Wüste eine halbausgegrabene Sphinx, die ihn an den Bericht von Strabo (63 v. Chr. – 21 n. Chr.) erinnerte, der Sakkara 24 v. Chr. besuchte und ebenfalls halbverborgene Sphingen in diesem Gebiet entdeckte.
Seite 6

Archäologische Ausgrabungen in Abu Roasch
von Michel Valloggia
Die 11. Ausgrabungssaison der Universität Genf in Zusammenarbeit mit dem Französischen Archäologischen Institut in Kairo und dem Supreme Council of Antiquities of Egypt (SCA) im Grabkomplex des Königs Djedefre in Abu Roasch fand vom 26. März bis zum 28. April 2005 statt. In dieser Kampagne gab es zwei Ziele: Einerseits wurde versucht, den Aufbau des äußeren Bezirks im Süden und Osten des Grabkomplexes zu ermitteln, andererseits das mögliche Vorhandensein von Bauwerken zwischen dem inneren und dem äußeren Bezirk nachzuweisen.
Seite 7

Vor der Pyramidenzeit
Bemerkungen zu den prä- und frühdynastischen Gräbern in Abydos und Sakkara
Interview mit Prof. Günter Dreyer

von Michael Haase
Auszug aus dem Interview zu den Forschungen an den Herrschergräbern in Umm el-Qaab in Abydos:
Günter Dreyer: »Der Friedhof ist bereits vor ca. 100 Jahren zweimal ausgegraben worden (...). Die alten Grabungsberichte ließen aber zahlreiche Fragen offen, z. B. die Zuordnung der spät-vordynastischen Gräber im Abschnitt B, zum anderen wollten wir verstehen, warum die Gräber so aussehen wie sie aussehen, welche Ideen hinter der ganz unterschiedlichen Architektur stehen. Bei vielen Gräbern wurden erhebliche Abweichungen von den alten Plänen festgestellt, auch übersehene oder nicht vollständig geleerte Kammern entdeckt. Erst die ziegelgerechte Aufnahme ermöglichte es zudem, Bauphasen zu erkennen, in denen die Gräber umgebaut und erweitert wurden. Gerade solche Veränderungen geben oft wesentliche Anhaltspunkte für die Interpretation....«
Seite 8–19

Die kleinen Stufenpyramiden des frühen Alten Reiches
von Jan Bock
Nur in einer kurzen Zeit des Alten Reiches wurden kleine Stufenpyramiden gebaut, die weder über Kammersysteme verfügten noch irgendeinen Hinweis auf eine funeräre Funktion liefern. Obwohl diese speziellen Pyramiden über ganz Ägypten verstreut liegen (vom Delta bis zur traditionellen Südgrenze bei Elephantine), weisen sie signifikante Gemeinsamkeiten in der Bauweise, in ihren Dimensionen und in ihrer Orientierung auf. Wurden sie lange Zeit allgemein in die Epoche der großen Stufenpyramiden datiert, wobei nur das Mittel des architektonischen Vergleichs zur Verfügung stand, gestatten neue Erkenntnisse der jüngeren Zeit eine präzisere Einordnung.
Seite 20–29

Hetepheres I. und das Rätsel ihrer Bestattung
von Roman Gundacker
Als 1925 George A. Reisner das in seinen Ausmaßen und seiner Architektur beschei­dene Felsgrab G 7000x entdeckte, gelang durch die Vielzahl von Beigaben ein einmaliger Einblick in das höfische Leben der königlichen Familie zur Zeit Snofrus und Cheops’. Die Aufstellung der Objekte innerhalb des Grabes, dessen architektonische Konzeption und eine Vielzahl weiterer Details werfen jedoch bis heute Widersprüche auf. In diesem Beitrag soll eine Zusammenfassung und Diskussion der bisherigen Thesen und Ergebnisse versucht werden, von denen ausgehend die Schwierigkeiten einer Rekonstruktion betrachtet und Hinweise auf bislang kaum oder nicht beachtete Details gegeben werden sollen.
Seite 30–39

Der königliche Beamte Kaninisut und sein Grab in Giza
von Regina Hölzl
Die Mastaba des Kaninisut, eines hohen Beamten der späten 4. oder frühen 5. Dynastie, liegt auf dem Westfriedhof der Giza-Nekropole. Sie wurde 1913 von Hermann Junker, dem Leiter des Grabungsteams der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, ausgegraben. Die reich dekorierte Kultkammer des Kaninisut wurde 1914 nach Wien transportiert und ist heute einer der Höhepunkte der ägyptischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien.
Seite 40–47

Texte unter der Lupe: Honiggewinnung in der Weltenkammer des Niuserre
von Joachim F. Quack
Diese Weltenkammer befindet sich innerhalb des Sonnenheiligtums, das König Niuserre aus der 5. Dynastie im Bereich des heutigen Abu Gurob hat anlegen lassen. Der Bau wurde prachtvoll mit Reliefs geschmückt, die heute eine wichtige Quelle für die Ikonographie des Alten Reiches sind. Im Bildprogramm der Weltenkammer wurden Ereignisse der Natur in jahreszeitlicher Strukturierung abgebildet und mit kurzen Beischriften versehen. Innerhalb der Szenen der Überschwemmungszeit findet sich auch eine der wenigen ägyptischen Darstellungen der Honiggewinnung.
Seite 48–49

Die nischengegliederte Umfassungsmauer der Pyramidenbezirke im Mittleren Reich
von Arno Sauerbier
Ziel dieses Artikels ist es, die historische und formale Entwicklung ägyptischer Umfassungsmauern von der 1. bis 12. Dynastie aufzuzeigen. Es wird untersucht, inwieweit sich ihre Strukturen örtlich voneinander getrennt entwickeln und sich doch wechselseitig beeinflussen. Diese durch politische und religiöse Vorstellungen geprägte Beeinflussung reicht bis zur Übertragung der Mauerstrukturen auf die königlichen Sarkophage des späten Mittleren Reiches. Beispielhaft wird der Pyramidenkomplex Sesostris’ III. in Dahschur betrachtet, der archäologisch gut aufgearbeitet ist und an dem der Verfasser im Herbst 2005 ein Teilstück der inneren Umfassungsmauer rekonstruieren konnte.
Seite 50–55

----- Nachrichten aus Ägypten und dem Sudan -----

Ein tuthmosidischer Palastbezirk im alten Auaris

von Manfred Bietak
Seite 56–59

Der Sonnentempel von Heliopolis im heutigen Kairo
von Mohammed Abd el-Gelil, Gamal Faris und Dietrich Raue
Seite 60–61

Die Arbeiten am Grab des Monthemhet
von Farouk Gomaa
Seite 62–64

Die letzte Kampagne in der Cachette TT 320
von Erhart Graefe
Seite 65

Die H.U.N.E. im Bereich des 4. Nilkataraktes
von Julia Budka
Seite 66

Aktuelles von den Grabungen in Naga
von Dietrich Wildung
Seite 67–69