Inhaltsübersicht
Sokar Nr. 10


1/2005
6. Jahrgang
64 Seiten
126 Fotos/Abb.

Auf den Spuren von Cheops’ Handwerkern
Bemerkungen zu Werkzeugen und Bautechniken bei der Errichtung der Großen Pyramide von Giza
von Denys Stocks
Im Oktober 2004 wurden die Nachbauten dreier altägyptischer Meßwerkzeuge getestet, mit denen die Ebenheit der Oberflächen und die Anordnung von Kalksteinblöcken überprüft werden konnten, die in der 1. Steinlage an der Nordseite der Cheops-Pyramide eingepaßt sind. Außerdem konnte eine »gestreifte« Werkzeugspur an einer Innenwand von Cheops’ Granitsarkophag nachgewiesen werden, die frühere Hinweise bestätigt, daß der Sarkophag mit kupfernen Röhrenbohrern ausgehöhlt wurde.
Seite 4–9

Das «Giza-Archiv-Projekt»
Interview mit Peter Der Manuelian
(Museum of Fine Arts, Boston)
von Michael Haase
Seite 10–17

Der Tote vor dem Opfertisch
Die Opferplatten von Giza
Besprechung des Buches «Slab Stelae of the Giza Necropolis» von Peter Der Manuelian
von Peter Jánosi
Etwa 430 m westlich der Cheops-Pyramide stieß 1902 der britische Amateurarchäologe Montague Ballard bei seinen »Ausgrabungen« auf eine schmale rechteckige Kalksteinplatte von 37,7 × 52,5 × 8,3 cm Größe. Die Platte war offenbar noch original im östlichen Mauerwerk der steinernen Fassade der Mastaba eingelassen und zeigte fein erhabenes Relief mit größtenteils exzellent erhaltener Bemalung. Ballard entfernte die Platte, die einer Dame namens Nefretiabet gehörte, ohne auf den architektonischen oder archäologischen Kontext zu achten. Der Fund kam neben weiteren beachtenswerten Stücken dieser zweifelhaften Unternehmung zuerst in verschiedene Sammlungen, ehe er 1938 schließlich in den Louvre (Paris) gelangte. Die Reliefplatte zählt heute zu einer der am besten erhaltenen von insgesamt 15 bekannten Kalksteinplatten dieser Art, die zwischen 1904 und 1914 im westlichen Gräberfeld von Giza gefunden wurden.
Seite 18–23

Der Bau der Chephren-Pyramide

von Jürgen Becker
In den ersten beiden Teilen der Artikelserie (Sokar 8, S. 6–17, und Sokar 9, S. 18–27) sind die Planung der Chephren-Pyramide und die Auswahl ihres Standortes nach den für das Projekt günstigsten topographischen Bedingungen auf dem Giza-Plateau behandelt worden. Es wurde nachgewiesen, daß ursprünglich eine Pyramide geplant worden sein muß, die mit einer Kantenlänge von 458 Ellen und einer Höhe von 305,33 Ellen die Cheops-Pyramide um 25,33 Ellen (13,75 m) an Höhe übertroffen hätte. Berücksichtigt man außerdem das gegenüber der Basis dieser Pyramide etwas über 10 m höhere Basisniveau der Chephren-Pyramide, so sollte nach den Absichten des Königs Chephren sein Grabmal das Pyramidenfeld von Giza klar erkennbar beherrschen. Schließlich wurde bereits herausgearbeitet, daß zu dieser ersten, großen Planung nicht nur das untere Kammersystem gehört, wie dies in der neueren Fachliteratur angenommen wird. Vielmehr umfaßte dieser Plan auch die Weiterführung des Gangsystems nach Süden und die Grabkammer. Die letzte Folge befaßt sich mit der Baugeschichte der Pyramide vom Baubeginn bis zur Kalkulation der Bauzeit. Sie geht dabei u. a. auf Ursache und Zeitpunkt der Planänderung ein, beleuchtet die Rolle des unteren absteigenden Gangs im Nordungsverfahren und klärt den unterirdischen Sarkophagtransport sowie die Funktion der Felsenkammer als Notgrab.
Seite 24–37

Die Sonnenheiligtümer der 5. Dynastie
von Miroslav Verner
Durch die Forschungen der letzten Jahrzehnte auf dem Gräberfeld von Abusir konnte das Wissen über diese archäologische Stätte ständig erweitert werden und das Bild dieser Nekropole immer schärfere Konturen annehmen. Ungeachtet aller Bemühungen gibt es aber noch immer eine Vielzahl archäologischer Fragestellungen, die bislang nicht gelöst werden konnten. Eine davon, die Wissenschaftler lange Zeit mit Abusir verknüpft haben, beschäftigt sich mit den Sonnenheiligtümern, die eine Reihe von Königen der 5. Dynastie errichten ließen. Bislang sind erst zwei dieser sechs inschriftlich belegten Re-Tempel archäologisch nachgewiesen worden.
Seite 38–49

Neues zum Sarg der Neferuptah
von Wolfram Grajetzki
In der letzten Sokar-Ausgabe (Nr. 9, S. 49–53) wurde das Grab der »Königstochter« Neferuptah vorgestellt, das 1956 in Hawara ausgegraben wurde. In der Grabkammer fanden sich die Reste eines mit Goldblech beschlagenen Holzsarges, dessen Texte bisher ohne Parallelen waren. Es kann aber im folgenden gezeigt werden, daß die Königin Hatschepsut im Neuen Reich in einem Sarkophag bestattet werden sollte, der ein ganz ähnliches Textprogramm aufwies.
Seite 50–51

Das steinerne Erbe Sesostris’ III.
Interview mit Dieter Arnold über die Grabungen des Metropolitan Museum of Art, New York, am Pyramidenkomplex Sesostris’ III. in Dahschur
von Arno Sauerbier
Seite 52–59

Bier, Wein und Dattelsaft
Zwischen Alltagsgetränk und Medizin im alten Ägypten
von Renate Germer
Seite 60–61